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Insights · · 12 Min. Lesezeit · HYPED

Geotargeting in Google Ads: Standorte, Umkreis und Kontostruktur

Mit Geotargeting legst du in Google Ads fest, in welchen Ländern, Regionen, Städten oder Umkreisen deine Anzeigen erscheinen. Wichtig ist dabei nicht nur, welche Orte du auswählst. Es kommt auch auf eine unscheinbare Einstellung darunter an: Soll Google nur Personen erreichen, die sich tatsächlich in deinem Gebiet aufhalten, oder auch solche, die sich nur dafür interessieren? Wer hier die Voreinstellung übernimmt, bezahlt oft Klicks aus Hamburg, obwohl die Kanzlei nur in Mainz berät. In diesem Leitfaden zeigen wir dir, wie Google Standorte erkennt und welche Optionen es gibt. Außerdem erfährst du, wie du den Umkreis sinnvoll wählst, dein Konto für mehrere Regionen aufbaust und am Ende prüfst, ob alles wirkt.

Kurz gesagt

  • Google ermittelt den Standort über Signale wie IP-Adresse, WLAN, GPS und Mobilfunkmasten. Das Interesse an einem Ort leitet Google zusätzlich aus Suchbegriffen und Verhalten ab.
  • Die Voreinstellung heißt „Präsenz oder Interesse“. Für lokale Anbieter ist meist „Präsenz“ die richtige Wahl, weil sie Streuverluste außerhalb des Einzugsgebiets reduziert.
  • Radius-Targeting beginnt bei mindestens 1 km. Zu kleine Gebiete liefern sporadisch oder gar nicht aus, weil Google Mindestwerte für Fläche und Nutzerzahl verlangt.
  • Unterschiedliche Budgets oder Standortanforderungen gehören in getrennte Kampagnen, am besten von Anfang an mit klaren Namen.
  • Der Standortbericht zeigt dir, wo deine Klicks wirklich herkommen. Prüfe ihn regelmäßig, bevor du Budget erhöhst.

Inhaltsverzeichnis

Was Geotargeting in Google Ads genau steuert

Beim geografischen Targeting bestimmst du, wo deine Anzeigen ausgeliefert werden: ganze Länder, Bundesländer, Städte, Postleitzahlgebiete, Umkreise um eine Adresse oder eigene Gruppen von Standorten. Das klingt nach einer einfachen Landkarte, ist aber eher eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Google kennt den Aufenthaltsort einer Person nicht mit Sicherheit, sondern schätzt ihn aus mehreren Signalen.

Wie Google den Standort erkennt

Für den physischen Standort nutzt Google laut eigener Hilfe IP-Adressen, WLAN-Signale, GPS, Bluetooth und Cell-ID-Daten von Mobilfunkmasten. Am Smartphone mit aktivierter Standortfreigabe ist das recht genau. Am Firmenrechner hinter einem zentralen Netzwerk kann die IP-Adresse dagegen auf einen ganz anderen Ort zeigen, etwa auf den Sitz des Internetanbieters oder des Konzerns.

Fünf Signale zur Erkennung eines Standorts

Wie Google das Interesse an einem Ort ableitet

Neben dem Aufenthaltsort wertet Google aus, wofür sich jemand interessiert. Dazu zählen Suchbegriffe, der Suchverlauf, frühere Aufenthaltsorte, der Kontext besuchter Websites und Interaktionen mit Google Maps. Wer in Köln „Steuerberater Koblenz“ sucht, zeigt also Interesse an Koblenz, obwohl er gerade nicht dort ist. Für ein Hotel ist das wertvoll, für eine Arztpraxis mit Laufkundschaft meist nicht.

Einen guten Überblick über diese Grundlagen aus Sicht lokaler Anbieter gibt der Beitrag Geotargeting für lokale Werbetreibende, der die verfügbaren Standortoptionen praxisnah einordnet.

Präsenz oder Interesse: die wichtigste Einstellung

In den Kampagneneinstellungen findest du unter „Standorte“ die erweiterten Standortoptionen. Laut Google ist dort standardmäßig „Präsenz oder Interesse“ aktiv. Deine Anzeigen erreichen damit Personen in deinem Gebiet und Personen, die sich für dein Gebiet interessieren. Alternativ schränkst du auf „Präsenz“ ein: Dann sieht deine Anzeige nur, wer sich wahrscheinlich in deinen Zielgebieten aufhält oder regelmäßig dort ist.

Option Wen du erreichst Passt gut für
Präsenz oder Interesse (Standard) Menschen im Gebiet und Menschen, die Interesse am Gebiet zeigen Tourismus, Hotels, Umzugsdienste, Immobilien, Eventlocations
Präsenz Menschen, die sich im Gebiet aufhalten oder regelmäßig dort sind Praxen, Kanzleien, Werkstätten, KFZ-Gutachter, lokale Dienstleister
Ausschluss nach Präsenz Niemand, der sich in ausgeschlossenen Gebieten aufhält Gebiete, die du nicht beliefern oder betreuen kannst

Die erweiterten Standortoptionen gelten auch für Ausschlüsse: Du kannst Personen anhand derselben zwei Kriterien ein- oder ausschließen. Beachte, dass nicht jeder Kampagnentyp alle Optionen gleich anbietet. Für Demand-Gen-Kampagnen nennt die Google-Hilfe zum geografischen Targeting eigene Regeln. Prüfe die Einstellung deshalb pro Kampagne und nicht nur einmal im Konto.

Unsere Faustregel: Wenn deine Kundschaft zu dir kommen muss oder du zu ihr fährst, nimm „Präsenz“. Wenn Menschen von außerhalb gezielt für dein Gebiet buchen, lass „Präsenz oder Interesse“ stehen und beobachte den Standortbericht.

Standorte einrichten und ausschließen, Schritt für Schritt

So stellst du das Targeting einer bestehenden Kampagne sauber ein:

  1. Öffne die Kampagne und gehe in die Einstellungen zum Bereich „Standorte“.
  2. Wähle „Anderen Standort eingeben“ und öffne die erweiterte Suche.
  3. Entscheide dich für einen Standort (Land, Bundesland, Stadt, Postleitzahl) oder für „Umkreis“ und gib Adresse sowie Radius ein.
  4. Füge alle gewünschten Orte hinzu und setze bei Bedarf Ausschlüsse, etwa Stadtteile oder Nachbarorte, die du nicht betreust.
  5. Klappe „Standortoptionen“ auf und stelle die Einschluss-Option bewusst ein, statt den Standard zu übernehmen.
  6. Speichere und kontrolliere die Übersicht mit der geschätzten Reichweite. Ist sie sehr klein, wird die Auslieferung später voraussichtlich schwach.

Für flächendeckende Kampagnen gilt ein einfacher Trick, den Google selbst beschreibt: Wenn du ein Land fast vollständig abdecken willst und nur wenige Gebiete wie Inseln nicht bedienst, targetest du das ganze Land und schließt diese Gebiete aus. Ein Onlineshop, der nicht auf die Nordseeinseln liefert, wählt also Deutschland und nimmt die betroffenen Orte heraus. Das spart dir, alle übrigen Regionen mühsam einzeln hinzuzufügen.

Wenn du die Grundbedienung des Kontos noch einmal Schritt für Schritt nachvollziehen willst, hilft dir unsere Google-Ads-Anleitung zum selbst Steuern.

Radius-Targeting: den richtigen Umkreis wählen

Beim Radius-Targeting legst du einen Kreis um eine Adresse oder einen Punkt auf der Karte. Der Mindestradius liegt bei 1 km. Kleiner geht es nicht, weil Google nur Gebiete zulässt, die eine datenschutzbedingte Mindestgröße und Mindestzahl an Nutzern erreichen. Auch oberhalb dieser Grenze können sehr kleine Gebiete dazu führen, dass Anzeigen nur sporadisch oder gar nicht ausgeliefert werden.

Den passenden Umkreis findest du nicht durch Raten, sondern über drei Fragen:

  • Wie weit fahren deine Kundinnen und Kunden tatsächlich? Schau in deine Auftrags- oder Terminliste und markiere die Postleitzahlen der letzten 100 Kunden. Der Bereich, in dem die große Mehrheit liegt, ist dein Einzugsgebiet.
  • Wie weit fährst du selbst? Ein KFZ-Gutachter, der Unfallfahrzeuge vor Ort begutachtet, setzt den Radius dort, wo die Anfahrt noch wirtschaftlich ist, nicht dort, wo Google die meiste Reichweite zeigt.
  • Wie dicht ist die Region besiedelt? In Mainz oder Frankfurt erreichst du in wenigen Kilometern viele Menschen. In der Eifel oder im Hunsrück brauchst du für dieselbe Nachfrage einen deutlich größeren Kreis.

Ein Beispiel: Eine Zahnarztpraxis in Koblenz, deren Patienten überwiegend aus der Stadt und den direkt angrenzenden Gemeinden kommen, startet mit einem engen Umkreis und der Option „Präsenz“. Nach einigen Wochen zeigt der Standortbericht, aus welchen Orten Klicks und Terminanfragen kommen. Liefert der Kreis zu wenig aus, erweitert die Praxis ihn schrittweise, statt gleich das ganze Bundesland zu buchen.

Radius oder Stadtgrenze? Ein Umkreis eignet sich, wenn deine Adresse der Bezugspunkt ist. Ausgewählte Städte oder Postleitzahlen passen besser, wenn dein Gebiet durch Verwaltungsgrenzen definiert ist, etwa bei Lieferzonen oder Zuständigkeiten. Du kannst beides kombinieren und mehrere Umkreise um verschiedene Filialen anlegen.

Für Such- und Shopping-Kampagnen mit Standort-Assets gibt es zusätzlich einen Bericht zur Entfernung. Er zeigt, wie deine Anzeigen in unterschiedlicher Distanz zu deinem Unternehmen abschneiden. Voraussetzung ist ein gepflegtes Unternehmensprofil. Wie du es optimierst, erklären wir hier.

Kontostruktur für regionale Kampagnen

Sobald du mehr als ein Gebiet bewirbst, entscheidet die Kontostruktur darüber, ob du dein Budget steuern kannst. Google empfiehlt, für unterschiedliche Budget- oder Standortanforderungen separate Kampagnen anzulegen, statt alles in eine Kampagne zu packen. Der Grund ist einfach: Budget und Standort-Targeting sitzen auf Kampagnenebene. Eine Kampagne für drei Städte verteilt das Geld dorthin, wo der Algorithmus die meisten Klicks findet, nicht dorthin, wo dein Geschäft es am meisten braucht.

Wann sich getrennte Kampagnen lohnen

  • Deine Standorte haben unterschiedliche Budgets oder Ziele, etwa eine etablierte Filiale und eine neue, die Bekanntheit aufbauen muss.
  • Die Nachfrage unterscheidet sich stark, zum Beispiel Großstadt gegenüber ländlichem Umland.
  • Du bietest je Region andere Leistungen, Preise oder Öffnungszeiten an.
  • Du willst Ergebnisse je Region sauber vergleichen und einzeln abschalten können.

Bewirbst du dagegen einen einzigen Standort mit einem Budget, reicht eine Kampagne. Mehr Kampagnen bedeuten auch mehr Pflege und dünnere Daten je Kampagne.

Namen, die auch in einem Jahr noch verständlich sind

Lege ein festes Muster fest und halte es durch, zum Beispiel Kampagnentyp, Region, Thema und Zielgruppe: „SUCHE_MZ_Arbeitsrecht_Praesenz“ oder „SUCHE_DE_ohne-Inseln_Shop“. So erkennst du im Konto und in Berichten sofort, welche Kampagne welches Gebiet abdeckt. Fehler wie eine vergessene Standortoption fallen dann schneller auf.

Gleich richtig aufbauen

Plane die Struktur vor dem Start. Google weist darauf hin, dass eine spätere Reorganisation angesammelte Daten löschen und die Leistung beeinträchtigen kann. Wer erst nach Monaten Städte aus einer Sammelkampagne herauslöst, beginnt beim Lernen teilweise von vorn. Wie du laufende Kampagnen danach im Alltag steuerst, zeigt unser Beitrag Google Ads Schritt für Schritt in der Praxis. Für die Verteilung des Tagesbudgets über den Monat lohnt ein Blick auf Budget Pacing in Google Ads.

Typische Fehler und wie du Ergebnisse prüfst

Die meisten Probleme beim Standort-Targeting entstehen nicht beim Einrichten, sondern weil danach niemand mehr hinschaut. Diese Fehler sehen wir besonders oft:

  • Standard übernommen: „Präsenz oder Interesse“ bleibt aktiv, obwohl nur Kunden vor Ort zählen.
  • Zu kleiner Umkreis: Die Kampagne liefert kaum aus, und die Ursache wird beim Gebot oder beim Anzeigentext gesucht.
  • Ausschlüsse vergessen: Gebiete, in die du nicht lieferst, bleiben eingeschlossen.
  • Ort nicht im Anzeigentext: Google selbst nennt den Zielort im Text als Mittel, um Klicks von außerhalb der Zielregion zu verringern. Ein „Steuerberatung in Trier“ in der Anzeige filtert Menschen aus, die eine Beratung anderswo suchen.
  • Sammelkampagne für alle Regionen: Eine Stadt frisst das Budget, die anderen bekommen kaum Impressionen.

Den Standortbericht richtig lesen

Im Bereich „Standorte“ zeigt Google Ads, wo deine Anzeigen ausgeliefert wurden. Die Standortberichte reichen je nach Land bis auf Postleitzahlen, in manchen Ländern auch bis zu Flughäfen oder Wahlkreisen. Für Deutschland bedeutet das: Du siehst, ob Klicks aus 55116 Mainz oder aus 20095 Hamburg kommen, und kannst deine Einstellungen danach anpassen.

Ein Eintrag „Nicht spezifiziert“ ist kein Fehler. Er erscheint, wenn IP-Adresse oder Suchanfrage keinen konkreten Ort erkennen lassen oder eine Google-Maps-Suche mehrere Städte oder Regionen umfasst. Wird dieser Anteil groß, lohnt ein genauer Blick auf Suchbegriffe und Kampagneneinstellungen.

So prüfst du in fünf Minuten im Monat:

  1. Öffne den Standortbericht für die letzten 30 Tage und sortiere nach Kosten.
  2. Markiere Orte außerhalb deines Einzugsgebiets, die Kosten ohne Conversions verursachen.
  3. Kontrolliere die Standortoption der betroffenen Kampagne.
  4. Ergänze bei Bedarf Ausschlüsse oder stelle auf „Präsenz“ um.
  5. Notiere die Änderung und vergleiche im Folgemonat.

Weitere typische Budgetfresser jenseits des Geotargetings haben wir in unserer Fehlerquellen-Liste für Google Ads gesammelt.

Unsere Sicht: Geotargeting ist Geschäftslogik, keine Technik

Wir bringen 13 Jahre Erfahrung aus E-Commerce und SEO mit und arbeiten mit Onlineshops, Kanzleien, Praxen, Werkstätten und Dienstleistern. Beim Geotargeting sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Die Einstellung wird beim Start einmal gesetzt und danach vergessen. Dabei ist sie die direkteste Verbindung zwischen deinem Werbebudget und deinem echten Geschäft. Ein Arbeitsrechtler in Mainz kann mit einem Klick aus Berlin selten etwas anfangen, egal wie günstig dieser Klick war.

Wir empfehlen deshalb, das Einzugsgebiet nicht in der Google-Ads-Oberfläche festzulegen, sondern aus den eigenen Kundendaten abzuleiten. Erst wenn klar ist, woher der Umsatz tatsächlich kommt, lohnt die Frage nach Radius, Präsenz oder Interesse und Kontostruktur. Und wenn eine Agentur dein Konto betreut, ist die Standortoption eine der ersten Stellen, an denen sich eine Zweitmeinung lohnt: Sie ist in wenigen Minuten geprüft und verrät viel darüber, wie sorgfältig im Konto gearbeitet wird.

— Dominic

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Hyped

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Präsenz und Interesse?

„Präsenz“ erreicht Menschen, die sich wahrscheinlich in deinem Zielgebiet aufhalten oder regelmäßig dort sind. „Präsenz oder Interesse“ erreicht zusätzlich Menschen, die sich nur für das Gebiet interessieren, etwa weil sie danach suchen. Für lokale Dienstleister ist „Präsenz“ meist die bessere Wahl.

Wie klein darf der Umkreis in Google Ads sein?

Der kleinste mögliche Radius beträgt 1 km. Auch knapp darüber kann die Auslieferung schwach sein, wenn das Gebiet zu wenige Nutzer hat. Starte lieber etwas größer und verkleinere den Kreis anhand des Standortberichts.

Warum werden meine Anzeigen außerhalb meiner Region angezeigt?

Meist ist die Standardoption „Präsenz oder Interesse“ aktiv, sodass auch Menschen mit Interesse an deiner Region deine Anzeige sehen. Dazu kommt, dass Standortsignale wie IP-Adressen ungenau sein können. Stelle auf „Präsenz“ um und nenne deinen Ort im Anzeigentext.

Brauche ich für jede Stadt eine eigene Kampagne?

Nicht zwingend. Getrennte Kampagnen lohnen sich, wenn Städte unterschiedliche Budgets, Ziele oder Angebote haben oder du sie getrennt auswerten willst. Bei einem einzigen Standort mit einem Budget reicht in der Regel eine Kampagne.

Quellen

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Dominic FoerstGründer HYPED · Rheinland-Pfalz
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